Die Segelflugausbildung

Segelfliegen ist nicht nur ein lautloser, umweltfreundlicher Sport, es ist auch ein nahezu unsichtbarer Sport, bei dem der Zuschauer fast völlig ausgeschlossen bleibt.
Lediglich Start und Landung können von neugierigen Blicken verfolgt werden. Hinzu kommen Flugzeuge, die in niedrigen Höhen in der sog. Thermik kreisen.

Doch ausser dem Piloten weiß niemand genau, was zwischen Start und Landung geschieht. Hier findet Kampf statt, hier ist Dramatik, Fazination, Leidenschaft, Erlebnis und Schönheit. Segelfliegen ist eine Sportart, die die Kräfte der Natur nutzt.

Ein Segelflugzeug ist ein Flugzeug ohne eigenen Motor. Als Energiequelle dient die Sonne. Es fällt nicht einfach wie ein Stein zu Boden, sondern es gleitet geräuschlos - ähnlich wie ein Adler- seine Höhe ab. Die Fähigkeit des Gleitens wird u.a. durch die Bauweise des Tragflügels bestimmt.
Ein modernes Segelflugzeug mit einer Spannweite bis zu 26 Meter kann aus einer Höhe von 1000 Meter im reinen Gleitflug bis zu 60 Kilometer zurücklegen. Während des Fluges ist der Pilot jedoch stets bemüht, in Aufwinden erneut aufzusteigen, um so die neu gewonnene Höhe in Strecke und Geschwindigkeit umzusetzen. Hierzu hält er kontinuierlich Ausschau nach möglichen Aufwindgebieten, zum Beispiel unter Quellwolken oder an Hangkanten.

Durch die Sonneneinstrahlung erwärmt sich die Erdoberfläche und diese wiederum gibt die Energie an die darüber liegenden Luftschichten ab. So steigt die aufgeheizte Luft als Blase nach oben und zieht weitere Luft hinter sich her. Die aufsteigende Luft kühlt sich ab und es bildet sich eine Wolke. Diese so genannten "Bärte" sind oft recht klein, sodass der Pilot enge Kreise fliegen muss, um möglichst viel Höhe in geringer Zeit zu gewinnen. Eine weitere Möglichkeit zum Höhengewinn ist der Wind, der an Hangkanten nach oben abgelenkt und so gezwungen wird, über den Hang zu strömen. In den Bergen entstehen bei hohen Windgeschwindigkeiten starke Auf- und Abwärtsbewegungen der Luft, die sich bis in große Höhen aufschaukeln können. Unter günstigen Bedingungen wurden in den Alpen in diesen Wellenaufwinden Höhen von über 11000 Meter im Segelflug erreicht. Die Dynamik der Natur lässt sich wohl nirgendwo anders so effizient nutzen wie im Segelflugzeug. Lediglich zum Starten wird eine fremde Zugmaschine benötigt. Hierzu dient in der Regel eine Winde oder eine Flugzeugschleppmaschine.

Wie und wo kannst Du Fliegen lernen?

Ganz einfach: Die Sportfluggruppe Leck e.V. ist einer von über 900 Vereinen in Deutschland, die eine kostengünstige Ausbildung durch ehrenamtlich tätige Fluglehrer ermöglichen. Die nötige Ausbildungszeit dauert im Schnitt ca. 2-3 Jahre. Bei regelmässiger Teilnahme am Flugbetrieb an den Wochenenden und während der Sommerlehrgänge in den Ferien kann man bereits im ersten Jahr alleine fliegen.

Die Segelflugausbildung in Fakten

+ Mindestalter zum Ausbildungsbeginn: 14 Jahre
+ Mindestalter zum Erwerb des Luftfahrerscheins: 16 Jahre
+ Medizinische Tauglichkeitsuntersuchung
+ Erste-Hilfe-Kurs
+ 60 Stunden Unterricht in 7 Fächern
+ 20 Stunden Unterricht im Sprechfunk
+ Theoretische Prüfung bei der Landesluftfahrtbehörde
+ 3 Prüfungsflüge mit einem Prüfer

Weitere Informationen auf der Info-Seite des DAeC

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